Verein für Geschichte und Kunst
im Bistum Hildesheim


Julius Seiters / Thomas Scharf-Wrede

A. Gründung, Arbeitsfelder und erste Entfaltung

Am 4. Mai 1926 wurde der Verein für Heimatkunde im Bistum Hildesheim gegründet. In § 1 der Statuten wurde der Zweck des Vereins folgendermaßen festgelegt: 1. die Erforschung und Darstellung der katholischen Kulturwerte in Vergangenheit und Gegenwart innerhalb des Diözesangebietes; 2. die Erforschung und Pflege im Gebiete des Vereins befindlichen Natur - und Kunstdenkmäler, 3. der Schutz der heimatlichen natürlichen Landschaft; 4. die Pflege des heimatlichen Volkstums in Sprache, Sitten, Gebräuchen, Volkstrachten und anderen typischen Zügen; 5. die Förderung und Unterstützung des zu errichtenden Diözesan-Museums. Damit, so formulierte es der erste Vorsitzende, Pastor Dr. Karl Henkel (Bockenem), ging "ein langer vielfach gehegter Wunsch in Erfüllung."

Die Gründungsmitglieder waren vor allem Heimatfreunde aus den Kreisen Hildesheim und Marienburg, die sich durch die in der Stadt Hildesheim existierenden Vereine (Museumsverein, Verein zur Erhaltung der Kunstschätze oder die Ortsgruppe der Vereinigung für Volkstum und Heimat im Regierungsbezirk) mit ihren Anliegen nicht vertreten fühlten und denen zur Veröffentlichung ihrer Arbeiten allem Anschein nach die seit 1919 im Auftrag der Stadt Hildesheim herausgegebene Zeitschrift "Alt-Hildesheim" nicht mehr genügte; gleichwie einige der Gründungsmitglieder des Diözesanvereins auch weiterhin dort veröffentlichten.

Drei Jahre nach seiner Gründung zählte der Verein bereits über 400 Mitglieder; Bischof Dr. Joseph Ernst spricht in seinem Dankesbrief für die Ernennung zum Ehrenmitglied vom 25. März 1927 davon, dass "seine Mitgliederzahl sich bereits dem ersten halben Tausend nähert". Die Mitglieder kamen aus allen Schichten der Bevölkerung auch aus allen Teilen des Bistums, schwerpunktmäßig allerdings aus dem alten Stift Hildesheim, einer der beiden katholischen Kernregionen des Bistums Hildesheim.

Bereits im Vorfeld der Gründung des Vereins hatte der seit 1908 auf dem Moritzberg tätige Lehrer Wilhelm Rickhey versucht, die von ihm betreute Zeitungsbeilage "Lug ins Land" der "Hildesheimschen/ Kornackerschen Zeitung" zu einer heimatgeschichtlichen Zeitschrift zu erweitern. An diese Vorüberlegungen bzw. Vorarbeiten knüpfte der Vorstand des Vereins an, der seinerseits eine aus Mitgliedsbeiträgen zusammenzustellende heimatgeschichtliche Schrift anstrebte: "Wissens- und Erstrebenswertes in der Heimatkunde aus den verschiedensten Teilen der Diözese". Man nannte sie "Unsere Diözese in Vergangenheit und Gegenwart" - mit Aufsätzen über die Geschichte der Stadt und des Stiftes, die Hildesheimer Kunst, Literatur und Musik sowie über Heimatkunde; womit "das Land in seinem Aufbau und Klima, mit seiner Tier- und Pflanzenwelt und den Erträgen seines Bodens", den Menschen der Heimat mit seiner Sprache und Sitte" gemeint war.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden auch die Möglichkeiten des Vereins zunehmend eingeschränkt, so dass ab 1937 keine dezidierte Zeitschrift mehr herausgegeben werden konnte, sondern die Mitglieder nur noch einzelne historische Schriften zugesandt bekamen. 1942 wurde durch dem Verein dann seitens der Machthaber jegliche weitere Tätigkeit untersagt.

 

B. Die Entwicklung nach 1945: vom Verein für Heimatkunde zum Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim

Die Wiederbelebung des Vereins nach 1945 gestaltete sich wegen der unsicheren Lage und der Besatzungsmacht schwierig. Erst am 17. Oktober 1947 konnte die Neugründung erfolgen und der Vorstand gewählt werden; den Vorsitz übernahm wieder Dr. Henkel, seine Vertretung Prof. Dr. Abmeier aus Alfeld. Dabei wurde die heimatkundliche Linie des Vereins zunächst beibehalten, was sich jedoch mit der Übernahme des Vereinsvorsitzes durch Prof. Dr. Konrad Algermissen 1949 deutlich veränderte: er legte den Schwerpunkt der Vereinstätigkeit auf das Feld der Kirchen- und Kunstgeschichte; was durch die Errichtung des Niedersächsischen Heimatbundes und des Kreisheimatbundes zusätzlich begünstigt wurde.

Die Zeitschrift "Unsere Diözese in Vergangenheit und Gegenwart" erschien ab 1951 zunächst in zwei Doppelheften; und dann in den Jahren 1955-1957 mit Jahrgangsbänden, um schließlich wieder zu zwei Heften pro Jahr im Format 14,5 x 21 cm (bis 1963) zurückzukehren. Das Niveau der veröffentlichten Aufsätze war beachtlich, maßgeblich geprägt durch den in Personalunion auch als Schriftleiter fungierenden Konrad Algermissen: "Er griff mit ungewöhnlichem pädagogischem und erzählerischem Talent Stoffe auf, die gerade von der allgemeinen Geschichte vernachlässigt waren und bot Paradestücke der Geschichtspflege für einen relativ klar abgegrenzten Leserkreis", so der hannoversche Staatsarchivdirektor und Landeshistoriker Manfred Hamann in einem Rückblick auf Algermissens Wirken.

Den eingeschlagenen Weg zum Diözesanverein mit den Schwerpunkten Geschichte und Kunst setzten die Vorsitzenden Dr. Brüggeboes und Dr. Dr. Reuther nach dem Tode Algermissens in den 1960/ 70er Jahren fort, unterstützt von Bistumsarchivar Pfarrer Engfer, der zum "Motor" aller Arbeiten im Verein und am Jahrbuch wurde. Es wurde eine neue Satzung kreiert, dem Wandel der Aufgaben des Vereins besser gerecht werden und dem Vereinsrecht angepasst, die am 24. August 1966 von der Mitgliederversammlung für den nunmehr eingetragenen Verein beschlossen wurde.

Pfarrer Engfer gelang auch eine ungemein wichtige strukturelle Veränderung der Mitgliederschaft des Vereins, indem - unter Mithilfe des historisch sehr interessierten Generalvikars Adalbert Sendker - zum 1. Januar 1965 alle Pfarrgemeinden des Bistums Hildesheim korporative Mitglieder des Vereins wurden, wodurch zum einen die Gesamtmitgliederzahl auf über 800 anstieg und zum anderen die Belange und Aufgaben des Vereins in den Gemeinden selbst verankert wurden.

Das Jahrbuch, wichtigstes "Produkt" der Vereinsarbeit, bekam 1964 ein anderes Aussehen. Dabei wurden ganz bewusst ein gängiges Zeitschriftenformat gewählt, ein angenehmes, griffiges Papier, eine größere gefällige Drucktype ausgesucht und Titelbild und Bildbeigaben auf ausgesuchtem Kunstdruckpapier hergestellt. Das Jahrbuch, nunmehr aus dem Verlag und Druckhaus Lax, Hildesheim, erhielt das Aussehen eines erstklassigen kultur- und kunstgeschichtlichen Jahrbuches und einer geschichtlichen kunst- und kirchengeschichtlichen Dokumentation. Zudem beschränkte es sich jetzt zunehmend nicht mehr auf rein katholisch-kirchliche Kreise, weswegen der konfessionell als zu eng empfundene Obertitel "'Unsere' Diözese" in "'Die' Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart" umgewandelt wurde. Mit diesem Titel hat es eine Publikationsaufgabe - namentlich im gegenwärtigen Zeitalter der Pflege und Erhaltung der Bau- und Kunstdenkmäler- in immer weitere Kreise getragen und ist in Ausgestaltung, Form und Themenauswahl aus dem Kreis ähnlich ausgerichteter Publikationen anderer Diözesen - und Landeskirchen - nicht mehr wegzudenken.

1980 formulierte der damalige Vereinsvorsitzende Dr. Reuther die Arbeit am Jahrbuch so: "Es ist das Anliegen des Vorstandes, auch künftig durch Aufsätze aus möglichst vielen Themenbereichen und, geographisch gesehen, aus allen Teilen unserer großflächigen Diözese, von der Lüneburger Heide bis zum Untereichsfeld, vom Lappwald und Elm bis zum Lauf der Weser, neue Leser nicht nur innerhalb des Bistums, sondern auch draußen zu gewinnen. Neuen Autoren und nicht zuletzt dem akademischen Nachwuchs soll die Möglichkeit zur Veröffentlichung einschlägiger Arbeiten in einer Form geboten werden, die für den interessierten Leser noch anregend und verständlich bleibt und zugleich den Fachmann nützlich ist."

Bei den Vorträgen und Exkursionen blieb der Vorstand der Linie treu, die der 1975 plötzlich verstorbene Pfarrer Engfer vorgegeben hatte. Die Mitglieder nahmen die vornehmlich in den Wintermonaten angebotenen Vorträge gut an, wie auch die regelmäßigen Studienfahrten stets ein positives Echo fanden, sehr rasch wurden eine ganztätige Fahrt am Dienstag nach Pfingsten und eine halbtägige Herbstfahrt zur Tradition.

Ein großes Anliegen des Vereins, das er seit der Gründung immer wieder vorgetragen hatte, konnte 1978 endlich verwirklicht werden: die Wiedereröffnung des Dommuseums. Nach dem Neubau des Kolleggebäudes des Gymnasiums Josephinum am Pelizaeusplatz konnte die Schule das Kapitelshaus am Kleinen Domhof zurückgeben, so dass in unmittelbarer Nachbarschaft zur Domschatzkammer 1977/ 78 durch umfangreiche Baumaßnahmen das neue Museum entstand, in das der Rittersaal, der Kapitelssaal und die Bartholomäuskapelle mit einbezogen wurden. Am 26. Mai 1978 konnte das neue Dom- und Diözesanmuseum durch Bischof Heinrich Maria Janssen eröffnet werden.
Von 1981-1993 war Vorsitzender des Verein der Universitätsdozent Dr. Hans-Georg Aschoff, seit 1975 Akademischer Rat am Historischen Seminar der Universität Hannover, ein ausgewiesener Kirchenhistoriker. Er hatte seine Dissertation über "Das Verhältnis von Staat und Katholischer Kirche im Königreich Hannover" geschrieben und war durch weitere Aufsätze und Bücher zur Hildesheimer Kirchengeschichte hervorgetreten. Zum Geschäftsführer wählte man den Archivoberrat im Bistumsarchiv, Dr. Friedrich Eymelt.

1982 zählte der Verein 823 Mitglieder - 442 Einzelmitglieder, 381 Pfarrgemeinden und Korporationen. Im Oktober 1987 änderte er seinen seit 1926 bestehenden Namen "Verein für Heimatkunde" in "Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim. e.V. " um. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass der Name "nicht mehr zeitgemäß" sei. Er habe seinen Sinn gehabt, als er noch für "die Belange Hildesheims und dessen engere Umgebung" stand. Bei der Öffnung des Vereins und seinem wissenschaftlichen Jahrbuch auf den Raum der gesamten Diözese treffe der Begriff Heimatkunde nicht mehr zu. Mit dieser Namensänderung wurde auch äußerlich dokumentiert, dass man den engeren Raum der Heimatkunde verlassen und sich den großen Bereichen der Kirchengeschichte und kirchlichen Kunst der neuzeitlichen Diözese Hildesheim geöffnet hatte.

In den 1990er Jahren leitete den Verein als Vorsitzender Ministerialdirigent a.D. Julius Seiters, unterstützt durch den Geschäftsführer und Herausgeber des Jahrbuchs, Archivdirektor Dr. Thomas Scharf-Wrede.

Seit 1980 war es Ziel des Vorstandes, Aufsätze aus vielen Themenbereichen von der Gründung des Diözese bis in die Gegenwart, nicht nur aus dem alten Stift, sondern aus allen Gegenden der heutigen Diözese zu bringen. Der neue Vorstand und die Schriftleitung nahmen diese Anliegen ernst; wie die Jahrbücher seit 1994 nachhaltig belegen. Zugleich wurde jetzt auch das äußere Erscheinungsbild des Jahrbuches verändert, das 13 Jahre im Format 26,5 x 22 cm erschienen war: einem für eine wissenschaftliche Zeitschrift ungewöhnlichen Format, das zudem noch sehr "papieraufwendig" und damit kostenträchtig war. Mit dem Jahrgang 1994 kehrte der Verein zum Format 24 x 16,8 cm zurück, das die Zeitschrift bereits von 1964-1977 geprägt hatte. Neu gestaltet wurde auch der Umschlag. Unter Einbeziehung des Bistumswappens wurden auf blauem Untergrund in sinnfälliger Verbindung von Mittelalter und Neuzeit Sätze der Urkunde Papst Cölestins III. zur Heiligsprechung Bernwards von 1193 in die räumlichen Grenzen des heutigen Bistums eingedruckt.

Da der Verein laut Satzung den kirchlichen "Kultur-Institutionen" - dem Dommuseum, der Dombibliothek, dem Bistumsarchiv - seine Unterstützung zukommen lassen möchte, stellt er ihnen im Jahrbuch auch Raum für ihre Berichte zur Verfügung, über ihre Ausstellungen und Neuerwerbungen, über den Neubau der Dombibliothek und ihre vielfältigen Aufgaben wie auch über den Umbau des Bistumsarchivs und seine Bemühungen um die Sicherung der Überlieferung des Bistums Hildesheims und die diözesane Geschichtsschreibung. Besonderer Erwähnung bedarf in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit des Vereins mit der Dombibliothek bei der Herausgabe der Festschrift "Bücherschicksale. Der Neubau der Dombibliothek Hildesheim" 1995, ergänzt durch die auf die Eröffnung eben dieses Gebäudes hin orientierte Vortragsreihe im Winterhalbjahr 1995/ 96. Gerade in jüngster Zeit hat sich das Vortragsprogramm des Vereins erheblich erweitert, statt früher im Durchschnitt lediglich drei Vorträgen finden heute 10-15 statt: Ergebnis einer konstruktiven und harmonischen Zusammenarbeit des Vereins mit dem Dom-Museum, der Dombibliothek, dem Bistumsarchiv wie auch der Kirchlichen Denkmalpflege.

Im Herbst 1993 konnte ein lang gehegter Wunsch vieler Mitglieder erfüllt werden, die Herausgabe eines Gesamtverzeichnisses aller wissenschaftlichen Arbeiten aus den Zeitschriften und Jahrbüchern des Vereins seit 1927, geordnet sowohl nach den Autoren wie nach Sachgebieten.

Von 1994 bis 2004 gaben die Professoren Dr. Aschoff und Dr. Faust im Auftrag des Vereins eine wissenschaftliche Reihe unter dem Titel "Quellen und Studien zur Geschichte des Bistums Hildesheim" heraus, in der insgesamt acht Bände zur Geschichte des Bistums Hildesheim erschienen sind. Seit 2005 geben Prof. Dr. Michael Brandt und Dr. Thomas Scharf-Wrede im Auftrag des Vereins eine neue, beim Verlag Schnell & Steiner erscheinend, wissenschaftliche Buchreihe “Quellen zur Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim“ heraus, die sich der Geschichte des 1200-jährigen Bistum Hildesheim widmet; derzeit umfasst sie sieben Bände.

 

C. Ziele und Aufgaben heute

Auf der Hauptversammlung im Februar 2000 konnten die Ziele des Verein neu gefasst werden . In § 2 der Satzung heißt es jetzt: "Zwecke des Vereins sind 1. Erforschung der Geschichte des Bistums und Förderung entsprechender Arbeiten, 2. Erforschung und Pflege kirchlicher Kunstdenkmäler im Bereich des Bistums 3. Unterstützung der Pflege religiösen Brauchtums; 4. Förderung des Dom-Museums, der Dombibliothek sowie des Bistumsarchivs. ... Zur Förderung dieser Zwecke gibt der Verein das Jahrbuch ,Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart' heraus, führt Fahrten zu kirchlichen Kunstdenkmälern durch und lädt zu Veranstaltungen, Vorträgen und Tagungen ein."

Mit dieser Satzung hat sich der Verein ein Programm auferlegt, dem er in den letzten zehn Jahren bereits in sehr intensiver und durchaus erfolgreicher Weise nachgekommen ist und das er auch in der Zukunft weiter verfolgen will. In enger Kooperation insbesondere mit dem Bistumsarchiv, das die Hauptlast der Vereinsstrukturen trägt, ist der Verein verschiedene größere Projekte angegangen, die das Wissen um die Entwicklung des Bistums Hildesheim sicherlich deutlich verbessern werden: zum einen durch seine Unterstützung der neuen, auf drei Bände veranschlagten "Hildesheimer Bistumsgeschichte" von Hans-Georg Aschoff und Thomas Scharf-Wrede sowie zum anderen ist eine Internetpräsentation zur Hildesheimer Bistumsgeschichte in Arbeit; dem Verein obliegen fachwissenschaftliche und allgemein interessierende Belange gleichermaßen.

 

D. Publikationstätigkeiten

1/1927 - 15/1841 Unsere Diözese in Vergangenheit und Gegenwart
Zeitschrift des Vereins für Heimatkunde im Bistum Hildesheim
16/1947/48 - 32/1963 Zeitschrift des Vereins für Heimatkunde im Bistum Hildesheim
33/1964/65 - 51/1983 Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart
Zeitschrift des Vereins für Heimatkunde im Bistum Hildesheim
52/1984 - 55/1987 Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart
Jahrbuch des Vereins für Heimatkunde im Bistum Hildesheim
56/1988 71/2004 Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart
Jahrbuch des Vereins für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim
72/2005 ff. Jahrbuch für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim

 

E. Organisation, Biogramme, Statistik, Literatur

 

Vorstand 2014

Vorsitzender: Archivdirektor Dr. Thomas Scharf-Wrede
Stellvertr. Vorsitzender: Manfred Köhler
Geschäftsführerin: Barbara Flügge
Kassenführer: Manfred Behrens

 

Vorstand und Geschäftsführer 1926-2013

Vorsitzende:
1926–1942 Dr. Karl Henkel (Stellvertreter: bis 1934 Richard Herzig, bis 1940 Dr. Johannes Behrens, bis 1942 Dr. Hartmann, 1946 bis 1949 Prof. Dr. Abmeier)
1949–1964 Prof. Dr. Konrad Algermissen (Stellvertreter: August Söding)
1965–1967 Dr. Wilhelm Brüggeboes (Stellvertreter: August Söding, ab 1966 Dr. Heinz-Josef Adamski)
1968–1981 Prof. Dr. Dr. Hans Reuther (Stellvertreter: Dr. Heinz-Josef Adamski)
1981–1993 Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff (Stellvertreter: Dr. Heinz-Josef Adamski)
1993–2003 Julius Seiters (Stellvertreter: bis 1997 Prof. Dr. Dr. Ulrich Faust, bis 2003 Dr. Wilhelm Buerstedde)
2003ff. Dr. Thomas Scharf-Wrede (Stellvertreter: Manfred Köhler)

Geschäftsführer:
1966 – 1975 Hermann Engfer
1980 – 1993 Dr. Friedrich Eymelt
1994 – 2003 Dr. Thomas Scharf-Wrede
2003-2007 Dr. Alexander Dylong
2007ff. Barbara Flügge

 

Biogramme

Henkel, Karl, Dr. theol. (1874-1949) Theologe.
* 30.12.1874 in Hilkerode, Progymnasium Duderstadt, Abitur am Josephinum, Student in München, Freiburg, Münster, 31.03.1899 Priesterweihe. Stellen in Stade, Obernfeld, Göttingen, Goslar, Dr. theol., 1908 Domvikar, nach Resignation Pastor in Machtsum, dann in Bockenem, 1930 St. Mauritius Hildesheim, 1937 Pfarrer in Borsum, dort 1940 Dechant, + 06.09.1949.
Mitgründer und Vorsitzender des Vereins 1927-1949.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Die kirchliche Organisierung des Pfarrklerus der Diözese Hildesheim in den letzten 150 Jahren, 1912; Handbuch der Diözese Hildesheim, 1917.
Nachruf: DHVG 20/ 1951. S. 43-45.


Algermissen, Konrad, Dr. theol. (1889–1964) Theologe.
* 19.08.1889 Harsum, Abitur Josephinum 1910, Studium in Freiburg und Rom, Dr. theol., 19.03.1916 Priesterweihe in Hildesheim, Kaplan in winzenburg und Hannover, 1926 Dienst beim Volksverein in München-Gladbach, 1933 Prof. am Priesterseminar, 1954 Domkapitular,
+ 12.10.1964
Vorsitzender des Vereins von 1949 – 1964.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Germanentum und Christentum, 1934; Die Jesuiten, 1936; Kirche und Gegenwart, 1946; Die Kirchengeschichte, 1955.
Nachruf: DHVG 32 – 33/ 1964 – 1965 S. 1 – 9.


Adamski, Heinz-Josef, Dr. phil. (1911-2002) Philologe.
* 18.03.1911 Hildesheim, Josephinum 1931 Abitur, Studium in Innsbruck, Wien, Berlin u. Münster, 1933 Staatsexamen, 1937 Dr. phil., 1948 Assessor, Anstellung am Josephinum, 1964 Oberstudienrat, 1973 Pension; viele Schriften zu Hildesheim ( u. a. zur Bernwardinischen Kunst).
Veröffentlichungen (in Auswahl): Der welfische Schutz über die Stadt Hildesheim, 1939; Die Bernwardstür am Dom zu Hildesheim, 1977.
Nachruf: DHVG 69/ 2001 S. 275 – 277.


Engfer, Hermann, (1907-1975) Theologe.
* 19.09.1907 Banteln, Abitur mit 26 Jahren, Studium in St. Georgen Frankfurt, 1939 Priesterweihe, Kaplan in Hildesheim, Dingelbe, Salzgitter, Gehrden, 1958 St. Magdalenen Hildesheim, Leiter der Dombibliothek und des Bistumsarchivs, auch zuständig für die Kirchliche Denkmalpflege.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Das Bistum Hildesheim 1933-1945, 1971; zahlreiche Aufsätze zu kirchengeschichtlichen Themen, dazu Bibliographie in DHVG 43/ 1975 S. 4-9.
Nachruf: DHVG 43/ 1975 S. 1-3.


Seeland, Hermann, (1868-1954) Theologe.
* 31.12.1868 Hildesheim, 1888 Abitur Josephinum, Studium in München, 01.04.1892 Priester, als Seelsorger 20 Jahre in Braunschweig, dann 16 Jahre Propst St. Clemens Hannover, 1932 Domkapitular, + 31.01.1954
Veröffentlichungen (in Auswahl): Die katholische Kirche im Herzogtum Braunschweig, 1909; Dr. Johannes Leunis, Prof. der Naturgeschichte 1802 – 1873, 1936; Kurzer Abriss der Geschichte des Bistums Hildesheim, 1948; Geschichte des bischöflichen Gymnasiums Josephinum, 2 Bde. (mit Bernhard Gerlach), 1950/ 1952.
Nachruf: DHVG 21/ 1952 S. 45 – 52.


Machens, Joseph Godehard, Dr. theol. (1886-1956) Theologe.
* 20.08.1886 Hildesheim, 1905 Abitur Josephinum, Studium der Theologie in Innsbruck, Münster, Bonn, 1910 Priesterweihe, Tätigkeiten in Hasperde bei Hameln, Dozent und Professor am Priesterseminar Hildesheim 1920 – 1934, 1934-1956 Bischof von Hildesheim, + 14.08.1956.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Die Archidiakonate des Bistums Hildesheim im Mittelalter, 1919, zahlreiche Aufsätze in DHVG 1927-1934 (s. DHVG 3/ 1934, S. 77-80)
Nachruf: DHVG 25/ 1956 S. 1 – 3; Hermann Engfer: Joseph Godehard Machens 1886 – 1956 in Niedersächsische Lebensbilder 8 (1976), S. 200 – 214.


Herzig, Richard (1851-1934) Architekt und Baumeister.
* 08.09.1851 Abitur Josephinum. Nach dem Studium der Architektur Geh. Bau- und Regierungsrat, als „Hofbaumeister des Bistums“ 1885-1913 für insgesamt 43 Kirchbauten im Bistum Hildesheim verantwortlich, + 25.02.1934.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Der Dom zu Hildesheim und seine Kunstschätze, 1911; Die Michaeliskirche 1908; Die Kirche zum hl. Kreuz, 1929.
Nachruf DHVG 8/ 1934 S. 32.


Brüggeboes, Wilhelm Dr. phil. (1919-1967) Theologe.
*27.01.1919 Hildesheim, Josephinum bis 1928, Studium in Münster, Priesterweihe 28.01.1934, Kaplan in Hameln, 1938 Staatsexamen für Gymnasien, Dr. phil., Religionslehrer in Coesfeld, Bielefeld und Soest, Militärzeit und Kriegsgefangenschaft bis 1948, Studienrat und Oberstudienrat in Soest und Paderborn, 01.11.1964 Domkapitular, +12.04.1967.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Die Fraterherren in Lichtenhof zu Hildesheim, 1939.
Nachruf: DHVG 35/ 1967 S. 214 – 215.


Reuther, Hans, Dr. phil, Dr. Ing. (1920-1989) Kunsthistoriker.
1920 in Berlin, 1940 – 1957 Referent an der Bayrischen Akademie der Schönen Künste;
dann Konservator bei der niedersächsischen Denkmalpflege Hannover, 1961 Privatdozent in Berlin, ab 1966 Professor für Baugeschichte TU Berlin, + 11.03.1989.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Der Hildesheimer Domschatz (zus. Mit H. Elbern), 1968; Der Hildesheimer Dom (zus. Mit H. Elbern), 2. Auflage 1976
Würdigung: DHVG 54/ 1986, S. 7 – 8.

 

Satzungen

1926: Satzung des Vereins für Heimatkunde im Bistum Hildesheim vom 04.Mai 1926 (Unsere Diözese, 1. Heft 1927, Innendeckel)
1966: Satzung vom 24.08.1966 (DHVG 34/ 1966 S. 107-109)
1987: Namensänderung in „Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim“ (DHVG 62/ 1994 S. 307-310)
2001: Satzungsänderung vom 04.Mai 2001 (DHVG 68/ 2000 S. 389-390)

 

Berichte über den Verein und seine Tätigkeiten

Hermann Seeland, Aus dem Vereinsleben, in: DHVG 20/1951, S. 38- 40
Karl Sievert, Fünfzig Jahre für Heimatkunde im Bistum Hildesheim, in: DHVG 44/1976, S. 1-7
Julius Seiters, Mitteilungen und Berichte des Vereins 1982-1993, in: DHGV 62/1994, S. 307-310
Julius Seiters, 75 Jahre Verein für Heimatkunde bzw. Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim“, in: DHVG 68/2000, S. 1-35
Julius Seiters/ Thomas Scharf-Wrede, Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim, in: Dietrich Blaufuß/ Thomas Scharf-Wrede (Hrsg.), Territorialkirchengeschichte. Handbuch für Landeskirchen- und Diözesangeschichte, Neustadt/ Aisch 2005, S. 265-274